St. Martinskirche in Allmersbach im Tal
Als Ende der 1960iger Jahre im Ort neue Siedlungsgebiete erschlossen wurden, registrierte man einen starken Zuzug und eine deutliche Zunahme der Kirchenbesucher. Bislang waren die katholischen Gottesdienste regelmäßig in der evangelischen Kirche St. Anna gehalten worden. Da jetzt ein neues evangelisches Gemeindezentrum geplant war, liebäugelten manche mit dem Erwerb dieser Kirche aus vorreformatorischer Zeit. Stattdessen kaufte Dekan Saupp von St. Johannes Backnang als neu zuständiger Pfarrer unwissentlich das Grundstück, das die evangelische Kirchengemeinde für ihr Gemeindezentrum wollte. Die Wogen ihrer Empörung glätteten sich wieder, als er der ev. Gemeinde in ökumenischer Verbundenheit die Hälfte des Grundstücks zum Einkaufspreis überließ. So entstanden zwei christliche Zentren in unmittelbarer Nachbarschaft.
Die Weihe der kath. St. Martinskirche erfolgte am So 11.11.1973. Das Gebäude ist in zwei Ebenen angelegt, auf der tieferen liegen die Jugend- und Versammlungsräume sowie die Küche. Bei der Gestaltung des Kircheninneren hat der Architekt bewusst eine zentrale Ausrichtung vermieden. Altar, Tabernakel, Ambo und Taufstein sind nicht Ziel-, sondern Handlungspunkte. Das Kreuz mit seinem überlangen Querbalken wird zum verbindenden Element.
Im Kirchenraum beachtenswert sind die Madonnenstatue aus dem 17. Jahrhundert, eine moderne Holzskulptur des Hl. Martin, die vom Allmersbacher Künstler Janos Vad angefertigt wurde sowie die einzige Replik des kulturhistorisch bedeutsamen Brucher Vesperbildes (Brucher Pietà).
Gemeindehaus Sankt Martin
Das Gemeindehaus Sankt Martin befindet sich unterhalb der Sankt-Martins-Kirche. Der Eingang sowie die Parkplätze sind über die Straße Im Wacholder zu erreichen.
Vermietung
Der Gemeindesaal mit großer, voll ausgestatteter Küche kann samstags und sonntags für private Feiern, Feste, Vorträge und Seminare gemietet werden. Er bietet Platz für max. 80 Personen.
Der Clubraum kann für Sitzungen für ca. 10 Personen gemietet werden.
Für nähere Informationen zur Vermietung und zu den Räumen kontaktieren Sie bitte unser Pfarrbüro in Unterweissach.
Brucher Vesperbild (Brucher Pietà)
Das aus Lindenholz angefertigte Original der Pietà stammt von 1420 und befindet sich seit 1927 im Landesmuseum Stuttgart; zusammen mit nur zwei weiteren Vesperbildern aus vorreformatorischer Zeit. Der Bildhauer ist unbekannt. Leider kann es nicht als Ausstellungsstück besichtigt werden.
Bruch ist ein Teilort von Weissach im Tal und liegt am östlichen Rand des Siedlungsgebietes. In seinem Bestehen kann er allerdings auf eine längere Geschichte zurückblicken. Von 1420 – 1556 stand die Skulptur dort in einer Kapelle, woraus sie nach Erlass des damaligen Herzogs Christoph von Württemberg in Folge der Reformation entfernt werden musste. Danach fand sie ihren Platz im benachbarten Bauernhaus, das im 20. Jahrhundert als Gastwirtschaft „Zum Wiesengrunde“ Einkehrmöglichkeit und eine Besichtigung der Pietà bot. Das Gebäude der ehemaligen Kapelle ist erhalten geblieben; eine Gedenktafel weist auf ihre kulturhistorische Besonderheit hin.
Unsere Kirchengemeinde besitzt von dieser bedeutenden Mariendarstellung eine einzigartige und 1927 angefertigte Kopie, welche sie 2012 als Geschenk erhalten hat und die in der St. Martinskirche Allmersbach im Tal besichtigt werden kann. Ihre Segnung fand am 26. Mai 2024 im Rahmen einer Feierlichen Maiandacht durch Pfr. Müller statt. Die Kirche ist (nur) zu Gottesdienstzeiten geöffnet.












